Papierlaufrichtung

Wie kommt die Laufrichtung zustande?

Die Papierherstellung errfolgt auf Maschinen mit Endlossieben. Da sich die Fasern immer in Laufrichtung der Siebe ausrichten, bekommt somit auch das fertige Papier eine einheitliche Ausrichtung.

Faserdehnung

Da die Pflanzenfasern sich dem Feuchtigkeitsgehalt der Umgebung anpassen und somit Wasser aufnehmen, verändert sich vor allem der Durchmesser der Fasern. Feuchte Fasern quellen also auf, beim Austrocknen schrumpfen sie wieder.

Da die Fasern weitestgehend parallel der Maschinenrichtung liegen, hat Papier auch immer eine Dehnrichtung. Diese ist dementsprechend senkrecht zur Laufrichtung.

Die Ausdehnung durch Feuchtigkeit beträgt je nach Papier in Laufrichtung ca. 0,2%, in Dehnrichtung ca. 8%.

 

Prüfmethoden zur Feststellung der Laufrichtung

Mit folgenden Proben kann man die Laufrichtung des Papiers bestimmen:

Feuchtprobe

Das Papier wird von einer Seite befeuchtet und wölbt sich dadurch.

Regel: Die Laufrichtung verläuft parallel zur entstandenen Wölbung

Falzprobe

Das Papier wird kreuzweise an den Kanten gefalzt. Dabei ist ein Falz ausgefranst, der andere glatt. Der ausgefranste Falz lässt sich schwerer durchführen als der gerade Falz.

Regel: Die Laufrichtung ist parallel zum geraden Falz

Reißprobe

Das Papier wird einmal in Längrichtung und einmal in Querrichtung eingerissen. Dabei ist ein Riss glatt und gerade, der andere rauh und krumm.

Regel: Die Laufrichtung liegt parallel zum glatten Riss.

Streifenprobe

Man schneidet zwei gleich große Streifen (ca. 15 × 150 mm) einmal längs und einmal quer aus dem Papier. Fasst man nur die Enden der Streifen, biegen sie sich unterschiedlich weit durch.

Regel: Der Streifen aus der Laufrichtung des Papiers biegt sich am wenigsten durch.

Nagelprobe

Man fährt mit den Fingernägeln am Rand des Papiers sowohl längs als auch quer entlang. Der Papierrand kräuselt sich unterschiedlich stark.

Regel: An der Dehnrichtungsseite kräuselt sich der Rand am stärksten.